© WERRI BINDFAEDELE Design 2017
Studienseminar-Oldenburg.de

„Was wir Menschen anbeten“

Exkursion zu den Ikonen - in die Kunsthalle Bremen.

Bericht von Daphne Andersch.

Am 15. Januar 2020 besuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachseminars Kunst die Sonderausstellung der Kunsthalle Bremen „Ikonen - Was wir Menschen anbeten“. Im Fokus dieser in ein Museum verlegten Fachsitzung standen die Möglichkeiten für den Umgang mit den Schülerinnen und Schülern (SuS) und des Unterrichtens in einem außerschulischen Lernort. Der Kurs hatte sich entschieden, zuerst eigenständig die Ausstellung zu erkunden (ca. 30 bis 40 Minuten) und anschließend durch eine 60-minütige Führung weitere Kenntnisse und Erfahrungen zu sammeln. Abschließend fand nach der Führung eine Feedback-Runde statt. Die Fachleiterin, Angelika Feldhege, gab den Auftrag, beim eigenständigen Rundgang in den Blick zu nehmen, wie SuS didaktisch und methodisch an diese Ausstellung herangeführt werden könnten. Ausstellungskonzept Das Konzept der Ausstellung sieht vor, dass erstmals alle Räume des Hauses mit 60 Kunstwerken bespielt werden. Die Besonderheit: In jedem Raum wird jeweils nur ein Kunstwerk präsentiert, sprich ein Meisterwerk oder eine Ikone. Dabei wird ein kunsthistorischer Zeitraum vom 13. Jahrhundert bis in die Gegenwart abgedeckt. Die Ausstellung geht der Frage nach, wie sich auch heute noch mit dem Begriff „Ikone“ kultische Verehrung und die Idee des Übersinnlichen verbinden. Wie kann eine Ikone sichtbar gemacht werden? Wie haben sich Ikonen über Jahrhunderte verändert? Die Kunstwerke werden in sechs Kategorien eingeordnet: • Die Ikonen und die Folgen • Schöpfer, Heilige und Schamanen • Abstraktion. Ikonen der Moderne • Undarstellbarkeit. Wort und Leere • Anbetung. Ironisierte Ikonen, Readymades • Eintauchen in das Bild Das Ausstellungskonzept gibt keine Wegeführung vor. Die Besuchenden können frei wählen, wie sie die Ausstellung erkunden möchten. Man kann beispielsweise der Nummerierung durch die Räumlichkeiten und somit der kuratorischen Chronologie folgen oder 'Highlights' der Kunstgeschichte aufsuchen. Ebenso kann man sich einen ganz individuellen Weg durch die Ausstellung suchen. Die Räume mit den Kunstwerken werden unterbrochen durch sogenannte Themenräume, in denen sich die Museumspädagogik oder auch die Marketingabteilung vielfältig mit dem Thema „Ikone“ auseinandergesetzt haben und zum Mitmachen einladen. Dabei werden alle Sinne der Besuchenden gefordert: Inszenierung in Jacketts vor einer Mona-Lisa-Abbildung als Foto-Erinnerung, wie Stars im Louvre, Fühlen in Tast-Boxen oder ein Markenrätsel am Tablet lösen, etc. Nach dem ersten Eindruck Der Kurs stellte schnell fest, dass diese umfangreiche Ausstellung für einen spontanen Besuch ohne Vorbereitung mit SuS schwierig wäre. Zunächst müssten SuS in der Lage sein, sich korrekt in einem Museum zu verhalten. Aber allein die Fülle der Werke würde die SuS - ohne Vorbereitung und ohne sich auf wenige konkrete Werke festzulegen - überfordern. Für die Ausstellung eignet sich der induktive Einstieg über einige bestimmte Werke, aber auch der Einstieg auf deduktive Weise, wenn z.B. mit der Ikone chronologisch kunsthistorisch begonnen wird. Für den Ansatz, die SuS die Ausstellung selbst entdecken zu lassen oder sie mit der gängigen museumspädagogischen Methode des „Chinesischen Korbes“ erforschen zu lassen, bei der sich die SuS im Anschluss wieder gemeinsam mit der Lehrkraft für Gespräche vor den Kunstwerken einfinden, müsste sich die Lehrkraft intensiv vorbereiten. Generell bietet es sich für die Lehrkraft an, die Ausstellung vor dem gemeinsamen Besuch mit den SuS gesehen zu haben und die SuS im Unterricht auf einige Künstler und Werke vorzubereiten, damit die SuS auch mit einem positiven Lernerlebnis nach Hause gehen können. Dazu gehört auch die Nachbereitung, bzw. eine mögliche praktische Aufarbeitung des Ausstellungsbesuchs im Nachhinein. Feedback zur Führung von den Teilnehmenden: • Es war eine klassische frontale Führung. • Leider ließ das technische Equipment der Kopfhörer keine Dialoge zu. Es wurden mehr Dialoge und Diskussionen vor den einzelnen Werken erhofft. • Der rote Faden des Guides war der Goldgrund. Für Viele war dies gut ausgewählt und durchdacht. • Die Werkauswahl war interessant, wenige ‚Highlights‘, dafür ein roter Faden und interessante Dialoge zwischen den Kunstwerken. • Das Fachwissen und auch die Anekdoten, die der Guide uns mitteilte, waren interessant und auch unterhaltend. Fazit insgesamt Außerschulische Lernorte sollten mit den SuS immer wieder besucht werden, da das Lernen am Original eben nicht oder kaum in der Schule ermöglicht werden kann. Ebenfalls werden bei einem solchen Besuch die Sozialkompetenzen der Lerngruppe gestärkt. Und positive Erlebnisse oder Lernerfolge im Museum wirken sich auch motivierend auf den schulischen Kunstunterricht aus. Zudem werden Hemmschwellen gegenüber der Institution Museum abgebaut. Die Lehrkraft sollte eine solche Exkursion aber gut im Voraus und in der Nachbearbeitung planen, dann nehmen alle ein positives Erlebnis und neue Kompetenzen, z.B. zur Annäherung und Analyse eines Kunstwerks oder neue Kenntnisse zu bis dato unbekannten Künstlern, mit nach Hause.
Zurück zu „Kunst“ Zurück zu „Kunst“
Lehren kann man lernen
Zurück zu „Aktuell“ Zurück zu „Aktuell“
Vernissage
© WERRI BINDFAEDELE Design 2017
Studienseminar-Oldenburg.de
Zurück zu „Aktuell“ Zurück zu „Aktuell“
Karte: Bw

„Was wir Menschen anbeten“

Exkursion zu den Ikonen - in die Kunsthalle Bremen.

Bericht von Daphne Andersch.

Am 15. Januar 2020 besuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachseminars Kunst die Sonderausstellung der Kunsthalle Bremen „Ikonen - Was wir Menschen anbeten“. Im Fokus dieser in ein Museum verlegten Fachsitzung standen die Möglichkeiten für den Umgang mit den Schülerinnen und Schülern (SuS) und des Unterrichtens in einem außerschulischen Lernort. Der Kurs hatte sich entschieden, zuerst eigenständig die Ausstellung zu erkunden (ca. 30 bis 40 Minuten) und anschließend durch eine 60-minütige Führung weitere Kenntnisse und Erfahrungen zu sammeln. Abschließend fand nach der Führung eine Feedback-Runde statt. Die Fachleiterin, Angelika Feldhege, gab den Auftrag, beim eigenständigen Rundgang in den Blick zu nehmen, wie SuS didaktisch und methodisch an diese Ausstellung herangeführt werden könnten. Ausstellungskonzept Das Konzept der Ausstellung sieht vor, dass erstmals alle Räume des Hauses mit 60 Kunstwerken bespielt werden. Die Besonderheit: In jedem Raum wird jeweils nur ein Kunstwerk präsentiert, sprich ein Meisterwerk oder eine Ikone. Dabei wird ein kunsthistorischer Zeitraum vom 13. Jahrhundert bis in die Gegenwart abgedeckt. Die Ausstellung geht der Frage nach, wie sich auch heute noch mit dem Begriff „Ikone“ kultische Verehrung und die Idee des Übersinnlichen verbinden. Wie kann eine Ikone sichtbar gemacht werden? Wie haben sich Ikonen über Jahrhunderte verändert? Die Kunstwerke werden in sechs Kategorien eingeordnet: • Die Ikonen und die Folgen • Schöpfer, Heilige und Schamanen • Abstraktion. Ikonen der Moderne • Undarstellbarkeit. Wort und Leere • Anbetung. Ironisierte Ikonen, Readymades • Eintauchen in das Bild Das Ausstellungskonzept gibt keine Wegeführung vor. Die Besuchenden können frei wählen, wie sie die Ausstellung erkunden möchten. Man kann beispielsweise der Nummerierung durch die Räumlichkeiten und somit der kuratorischen Chronologie folgen oder 'Highlights' der Kunstgeschichte aufsuchen. Ebenso kann man sich einen ganz individuellen Weg durch die Ausstellung suchen. Die Räume mit den Kunstwerken werden unterbrochen durch sogenannte Themenräume, in denen sich die Museumspädagogik oder auch die Marketingabteilung vielfältig mit dem Thema „Ikone“ auseinandergesetzt haben und zum Mitmachen einladen. Dabei werden alle Sinne der Besuchenden gefordert: Inszenierung in Jacketts vor einer Mona-Lisa-Abbildung als Foto-Erinnerung, wie Stars im Louvre, Fühlen in Tast-Boxen oder ein Markenrätsel am Tablet lösen, etc. Nach dem ersten Eindruck Der Kurs stellte schnell fest, dass diese umfangreiche Ausstellung für einen spontanen Besuch ohne Vorbereitung mit SuS schwierig wäre. Zunächst müssten SuS in der Lage sein, sich korrekt in einem Museum zu verhalten. Aber allein die Fülle der Werke würde die SuS - ohne Vorbereitung und ohne sich auf wenige konkrete Werke festzulegen - überfordern. Für die Ausstellung eignet sich der induktive Einstieg über einige bestimmte Werke, aber auch der Einstieg auf deduktive Weise, wenn z.B. mit der Ikone chronologisch kunsthistorisch begonnen wird. Für den Ansatz, die SuS die Ausstellung selbst entdecken zu lassen oder sie mit der gängigen museumspädagogischen Methode des „Chinesischen Korbes“ erforschen zu lassen, bei der sich die SuS im Anschluss wieder gemeinsam mit der Lehrkraft für Gespräche vor den Kunstwerken einfinden, müsste sich die Lehrkraft intensiv vorbereiten. Generell bietet es sich für die Lehrkraft an, die Ausstellung vor dem gemeinsamen Besuch mit den SuS gesehen zu haben und die SuS im Unterricht auf einige Künstler und Werke vorzubereiten, damit die SuS auch mit einem positiven Lernerlebnis nach Hause gehen können. Dazu gehört auch die Nachbereitung, bzw. eine mögliche praktische Aufarbeitung des Ausstellungsbesuchs im Nachhinein. Feedback zur Führung von den Teilnehmenden: • Es war eine klassische frontale Führung. • Leider ließ das technische Equipment der Kopfhörer keine Dialoge zu. Es wurden mehr Dialoge und Diskussionen vor den einzelnen Werken erhofft. • Der rote Faden des Guides war der Goldgrund. Für Viele war dies gut ausgewählt und durchdacht. • Die Werkauswahl war interessant, wenige ‚Highlights‘, dafür ein roter Faden und interessante Dialoge zwischen den Kunstwerken. • Das Fachwissen und auch die Anekdoten, die der Guide uns mitteilte, waren interessant und auch unterhaltend. Fazit insgesamt Außerschulische Lernorte sollten mit den SuS immer wieder besucht
Lehren kann man lernen
Zurück zu „Kunst“ Zurück zu „Kunst“