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„Was wir Menschen anbeten“
Exkursion zu den Ikonen - in die Kunsthalle Bremen.
Bericht von Daphne Andersch.
Am 15. Januar 2020
besuchten die
Teilnehmerinnen
und Teilnehmer des
Fachseminars Kunst
die
Sonderausstellung
der Kunsthalle
Bremen „Ikonen -
Was wir Menschen
anbeten“.
Im Fokus dieser in
ein Museum
verlegten
Fachsitzung standen
die Möglichkeiten
für den Umgang mit
den Schülerinnen
und Schülern (SuS)
und des
Unterrichtens in
einem
außerschulischen
Lernort.
Der Kurs hatte sich
entschieden, zuerst
eigenständig die
Ausstellung zu
erkunden (ca. 30 bis 40 Minuten) und anschließend durch eine 60-minütige Führung
weitere Kenntnisse und Erfahrungen zu sammeln.
Abschließend fand nach der Führung eine Feedback-Runde statt.
Die Fachleiterin, Angelika Feldhege, gab den Auftrag, beim eigenständigen
Rundgang in den Blick zu nehmen, wie SuS didaktisch und methodisch an diese
Ausstellung herangeführt werden könnten.
Ausstellungskonzept
Das Konzept der Ausstellung sieht vor, dass erstmals alle Räume des Hauses mit 60
Kunstwerken bespielt werden. Die Besonderheit: In jedem Raum wird jeweils nur ein
Kunstwerk präsentiert, sprich ein Meisterwerk oder eine Ikone. Dabei wird ein
kunsthistorischer Zeitraum vom 13. Jahrhundert bis in die Gegenwart abgedeckt.
Die Ausstellung geht der Frage nach, wie sich auch heute noch mit dem Begriff
„Ikone“ kultische Verehrung und die Idee des Übersinnlichen verbinden. Wie kann
eine Ikone sichtbar gemacht werden? Wie haben sich Ikonen über Jahrhunderte
verändert?
Die Kunstwerke werden in sechs Kategorien eingeordnet:
•
Die Ikonen und die Folgen
•
Schöpfer, Heilige und Schamanen
•
Abstraktion. Ikonen der Moderne
•
Undarstellbarkeit. Wort und Leere
•
Anbetung. Ironisierte Ikonen, Readymades
•
Eintauchen in das Bild
Das Ausstellungskonzept gibt keine Wegeführung vor. Die Besuchenden können frei
wählen, wie sie die Ausstellung erkunden möchten. Man kann beispielsweise der
Nummerierung durch die Räumlichkeiten und somit der kuratorischen Chronologie
folgen oder 'Highlights' der Kunstgeschichte aufsuchen. Ebenso kann man sich einen
ganz individuellen Weg durch die Ausstellung suchen.
Die Räume mit den Kunstwerken werden unterbrochen durch sogenannte
Themenräume, in denen sich die Museumspädagogik oder auch die
Marketingabteilung vielfältig mit dem Thema „Ikone“ auseinandergesetzt haben und
zum Mitmachen einladen. Dabei werden alle Sinne der Besuchenden gefordert:
Inszenierung in Jacketts vor einer Mona-Lisa-Abbildung als Foto-Erinnerung, wie Stars
im Louvre, Fühlen in Tast-Boxen oder ein Markenrätsel am Tablet lösen, etc.
Nach dem ersten Eindruck
Der Kurs stellte schnell fest, dass diese umfangreiche Ausstellung für einen
spontanen Besuch ohne Vorbereitung mit SuS schwierig wäre. Zunächst müssten SuS
in der Lage sein, sich korrekt in einem Museum zu verhalten. Aber allein die Fülle
der Werke würde die SuS - ohne Vorbereitung und ohne sich auf wenige konkrete
Werke festzulegen - überfordern.
Für die Ausstellung eignet sich der induktive Einstieg über einige bestimmte Werke,
aber auch der Einstieg auf deduktive Weise, wenn z.B. mit der Ikone chronologisch
kunsthistorisch begonnen wird.
Für den Ansatz, die SuS die Ausstellung selbst entdecken zu lassen oder sie mit der
gängigen museumspädagogischen Methode des „Chinesischen Korbes“ erforschen zu
lassen, bei der sich die SuS im Anschluss wieder gemeinsam mit der Lehrkraft für
Gespräche vor den Kunstwerken einfinden, müsste sich die Lehrkraft intensiv
vorbereiten.
Generell bietet es sich für die Lehrkraft an, die Ausstellung vor dem gemeinsamen
Besuch mit den SuS gesehen zu haben und die SuS im Unterricht auf einige Künstler
und Werke vorzubereiten, damit die SuS auch mit einem positiven Lernerlebnis nach
Hause gehen können. Dazu gehört auch die Nachbereitung, bzw. eine mögliche
praktische Aufarbeitung des Ausstellungsbesuchs im Nachhinein.
Feedback zur Führung von den Teilnehmenden:
•
Es war eine klassische frontale Führung.
•
Leider ließ das technische Equipment der Kopfhörer keine Dialoge zu. Es wurden
mehr Dialoge und Diskussionen vor den einzelnen Werken erhofft.
•
Der rote Faden des Guides war der Goldgrund. Für Viele war dies gut ausgewählt
und durchdacht.
•
Die Werkauswahl war interessant, wenige ‚Highlights‘, dafür ein roter Faden und
interessante Dialoge zwischen den Kunstwerken.
•
Das Fachwissen und auch die Anekdoten, die der Guide uns mitteilte, waren
interessant und auch unterhaltend.
Fazit insgesamt
Außerschulische Lernorte sollten mit den SuS immer wieder besucht werden, da das
Lernen am Original eben nicht oder kaum in der Schule ermöglicht werden kann.
Ebenfalls werden bei einem solchen Besuch die Sozialkompetenzen der Lerngruppe
gestärkt. Und positive Erlebnisse oder Lernerfolge im Museum wirken sich auch
motivierend auf den schulischen Kunstunterricht aus. Zudem werden
Hemmschwellen gegenüber der Institution Museum abgebaut.
Die Lehrkraft sollte eine solche Exkursion aber gut im Voraus und in der
Nachbearbeitung planen, dann nehmen alle ein positives Erlebnis und neue
Kompetenzen, z.B. zur Annäherung und Analyse eines Kunstwerks oder neue
Kenntnisse zu bis dato unbekannten Künstlern, mit nach Hause.
Lehren kann man lernen
Vernissage